Schattenwelt



"Und ich verstand die Zeilen,
die der Dichter schrieb,
dass Regentropfen Tränen sind,
wenn der Regen liebt."




WICHTIG! - Bitte gebt eure Blogaddi NICHT an. Ich denke, die die "betroffen" sind, wissen wieso. Danke.







.Startseite.
.Kritik.



.Der Autor.
.Die Idee.
.Das Buch.
.Der Weg.


.Projekt: Leichenblässe.








Anregungen & Kritik
an Svenja.C.Kraemer@web.de
der ins Gästebuch (.Kritik.)

Zweitausend Mal „Ja!“

 

„…und deshalb möchte ich dich, Megan Parker, hier und heute fragen, ob du mich heiraten möchtest?“ – „Oh, Frank! Ja, ja natürlich, oh…“ Tränen stiegen ihr in die Augen.  Es war so romantisches, geradezu wie aus einem Liebesfilm: Das Restaurant, die Musik, die Rose, der Ring… und Frank hatte sich doch tatsächlich hin gekniet. „Ja… ja… ja…“, wiederholte sie immer wieder, während sie ihm um den Hals fiel. „Tausendmal ja!“ Und der Film ging weiter, als Frank ihr in die Augen sah, ihre Hand nahm und den wunderschönen Ring auf ihren Finger schob. „Mrs. Hunter“, nannte er sie nun liebevoll und stolz zugleich zwischen zärtlichen Küssen. Es war überwältigend.

Die Hochzeitseinladungen waren schnell gedruckt – da sie schon vor der Hochzeit nahezu ihr ganzes Leben lang befreundet gewesen waren, gemeinsam gelacht und geweint hatten – brauchten sie nun keine Bedenkzeit mehr.

 

Wir heiraten… endlich!
Megan Parker & Frank Hunter

 

Lautete die große Überschrift, die über einem Foto prangerte, auf dem die beiden sich verliebt küssten – es drohte vor Glück zu zerspringen.

 

Und das war nun zwei Jahre her. In dieser Zeit war es… seltsam. Sie waren die besten Freunde und dann… verheiratet. Dieser kleine Ring am Finger schien alles zu ändern, wobei es noch immer gleich blieb. Vielleicht war genau das der Punkt: Sie waren keine Ehepartner - sie waren Lebensgefährten und für diese Tatsache, brauchten sie kein Dokument. Glücklicherweise konnten sie noch immer über alles reden, was in ihnen vorging. Und so kam es,…

…dass sie nun im gleichen Restaurant saßen, die gleiche Musik hörten, sie wieder eine Rose bekam und, nun ja, der Ring war auch anwesend. „Jahrestag, Meg!“, grinste Frank. „Schonwieder?“, lachte sie. In ihren Stimmen lag eine so offensichtliche Ironie, dass selbst die Fremden vom Nachbartisch aufblickten. Ihnen war beiden so zum Lachen zu Mute, dass sie sich kaum zurück halten konnten. Sie hatten letzte Nacht ein Gespräch geführt, dass wohl bei den wenigsten Ehen so fröhlich geendet hätte. Es war lachhaft.

Frank leerte sein Weinglas und stand langsam auf. Dabei ergriff er die Hand seiner Ehefrau und stellte Megan vor sich. Alle Gäste im Restaurant beobachteten die Szene interessiert, die ersten Frauen fingen an zu seufzen und zu tuscheln. „Wie romantisch…“, hörte man von überall flüstern. Schließlich ging Frank grinsend in die Knie und betrachtete dabei genau Megans Verhalten. Sie hingegen war damit beschäftigt ihr Lachen zu unterdrücken.  „Megan.“ Er griff in seine Anzugtasche und holte behutsam ein kleines Schmuckdösschen heraus, während Megan sich ergriffen eine Hand aufs Herz legte. Und kicherte. „Ich möchte dich hier und heute fragen, ob du mich verlassen möchtest?“ Demonstrativ öffnete er die leere Dose. Den Anwesenden stockte der Atem, sogar die Musiker unterbrachen verwirrt ihr Spiel. „Oh, Frank! Ich dachte schon du fragst mich nie! Ja, tausendmal ja!“ Erneut fielen sie sich in die Arme und konnten kaum aufhören laut zu lachen, als Frank ihr liebevoll den Ring vom Finger nahm und zurück an seinen Platz steckte.

Die Einladungen waren ebenso schnell gedruckt wie zwei Jahre zuvor die Hochzeitseinladungen. Allerdings… mit kleinen Änderungen.

 

Wir lassen uns scheiden… endlich!
Megan & Frank Hunter

 

 

Lautete diesmal die große Überschrift, die über einem Foto prangerte, auf dem die beiden sich scherzhaft an die Gurgel gingen – es drohte vor Glück zu zerspringen.