Schattenwelt



"Und ich verstand die Zeilen,
die der Dichter schrieb,
dass Regentropfen Tränen sind,
wenn der Regen liebt."




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Anregungen & Kritik
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"Stummer Abschied"

So, hier nun mit Verspätung die "echte" Geschichte. Aber wie gesagt: Etwas ausgeschmückt, wie es sich für eine Geschichte gehört. Zu 90% stimmen die Umrisse aber tatsächlich mit der realität überein.
 
Viel Spaß beim Lesen.
 
"Die Kälte der Nacht konnte sie nicht erreichen. Nicht in dieser Nacht. Denn nach Jahren der Trennung lagen sie nun Körper an Körper, Haut an Haut, Seele an Seele.

Sie spürte seinen warmen Atem in ihrem Nacken. Er füllte seine Lungen mit dem lieblichen Duft ihrer Haut. Dass es so schnell wieder würde vorbei sein, wie es begonnen hatte, wussten beide. Doch niemand sprach es aus in dieser Nacht. Es war nur diese Nacht.


Als sie sich begegneten, ihre Blicke sich kreuzten, funkte es erneut. Ihre Augen schrien vor heißer Sehnsucht und Angst; aus seinen sprachen kühle Hoffnung und Verlangen. Von Minute zu Minute kamen sie sich näher. Erst mit Blicken. Dann mit Worten und Neckereien. Schließlich mit bewussten Bewegungen, wie durch Zufall geschehen, bis ihre Hände sich fanden und wie früher ineinander schlossen. Nicht mehr los ließen.

Doch als ihre Angst auf seine Hoffnung traf, flüsterte sie ihm wenige Worte zu. Die Wahrheit. Nur die fürchterliche Wahrheit. Auch wenn sie mehr wollte, ihn so sehr wollte, wie er sich auch nach ihr sehnte, war die Panik zu mächtig. Sie wollte ihn nicht noch einmal verletzen. Kein weiteres mal verlieren. Nicht erneut so von ihm gehen. „Ich werde dir nichts versprechen, was ich nicht halten kann.“, sprach sie mit bebender Stille. Damit war offensichtlich, dass es nur diese Nacht war. Traurig ergründeten ihre Augen das tiefe Blau der seinen, um eine Änderung vor zu finden. Vorsichtig drückte sie seine Hand ein wenig fester ohne den Blick von ihm abzuwenden. Sie wollte nicht loslassen – nicht seine Hand, nicht seine Vertrautheit, nicht ihn.

Er schaute sie unverwandt an und nickte sanft, lächelte zaghaft, als er den Druck ihrer Hand erwiderte. Doch an Stelle eines leidenschaftlichen Kusses, konnte – durfte - er ihr nun lediglich einen schüchternen Kuss auf den Handrücken geben. Ohne den Blick von ihr zu lösen. Seine Hand schloss sich zärtlich noch fester um ihre. Er wollte nicht loslassen – nicht ihre Hand, nicht ihre Nähe, nicht sie.


Als der Mond am höchsten schien, lagen sie dort. Ein letztes Mal vereint. Beide waren wach – die ganze Dunkelheit hindurch -, um jeden Moment zu erleben. Jede ihrer letzten Sekunden, die verstrichen. Haltlos vergingen. Sie wollte nicht einen seiner leisen Atemzüge missen und er wollte ihren Duft für immer an sich tragen.

Als die Sonne die Sterne erlöste, lösten auch sie sich. Voneinander. Beide hatten nur noch eines in ihren müden Augen stehen, als sie sich ein letztes Mal ansahen. Bittere Traurigkeit.


Es war nur diese Nacht.

Denn es war ihr Abschied.

Auch wenn niemand es aussprach."

25.4.09 10:20
 


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